Akademisches Forum

Anschrift

Kappelberg 1
86150 Augsburg

Siehe auch

Unseren Glauben verstehen

Prof. Dr. Peter Knauer SJ (1935-2024) - Theologie des "Glaubens als geisterfülltes Leben"
Do. 26.02.26 13:45 - 27.02.26 12:00
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
Das Seminar lädt jeden interessierten Menschen dazu ein, den christlichen Glauben verstehen zu lernen und sich von der Leidenschaft für Gott und für den christlichen Glauben inspirieren zu lassen.

Das Leben und Wirken Peter Knauers SJ (1935-2024) als Theologieprofessor hat nicht nur seine Studierende, sondern auch zahlreiche Gläubige geprägt. Peter Knauer war ein Lehrer, der die großen Glaubensfragen gestellt hat, indem er sie zuerst auf fast kindliche Art und Weise und gerade dadurch kritisch angefragt hat: Wie können wir von Gott sprechen, obwohl er als unbegreiflich gilt? Wie ist Gottes Allmacht zu verstehen angesichts von Leid in der Welt? Seine Antworten darauf sind anders als die gewohnten: verfasst mit einer intellektuellen Klarheit und einem tiefen Glauben, im ökumenischen Geist und in verständlicher Sprache. Antworten, die immer wieder „Aha“-Momente auslösen und die so ganz neu auf den Glauben blicken lassen.

Donnerstagnachmittag (26. Februar 2026)
13.45 Uhr „Glaubenswürdig“ – Der Glaube als geisterfülltes Leben - Vorstellung der Gedenkschrift „Glaubenswürdig“ zu Ehren von Prof. Dr. Peter Knauer SJ, Pfr. Dominik Weiß und Roman Fröhlich (Hrsgg.)
1. Impulsvortrag (ca. 15 Min.): "In Ihm ist alles geschaffen" Überlegungen zur Menschwerdung Gottes, Mag. Theol. Lukas Metz, B. A., Redaktionsmitarbeiter der Münchener Theologischen Zeitschrift (MThZ), LMU München
2. Impulsvortrag (ca. 15 Min.): Das Verhältnis von Glaube und Vernunft in Peter Knauers Fundamentaltheologie, Dipl.-Theol. Felician Gilgenbach, B.A. Philosophie, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Fachbereich Theologie der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho), Paderborn
3. Impulsvortrag (ca. 15 Min.): „ex sese“ – Versuche über die Frage, wie das Dogma zu seiner Wahrheit kommt, Mag. Theol. Felix Maier, Universität Tübingen
15.15-15.40 Uhr Kaffeepause mit Gebäck
15.40 Uhr „Unseren Glauben verstehen“ - Wie den Glauben verständlich weitergeben?
Ein Glaubenskurs für jeden interessierten Menschen - Auf der Grundlage des „Bestsellers“ von Peter Knauer SJ, „Unseren Glauben verstehen“, Roman Fröhlich, Repetent am Theologenkonvikt Wilhelmsstift, Tübingen
Die gute Bibelübersetzung hilft dem Glaubensverständnis - Eine Würdigung der Bibelübersetzung Peter Knauers SJ an einschlägigen Stellen, Prof. em. Dr. Dr. h. c., Dipl.-Math., M. A. (Orientalistik) Theresia Hainthaler, Paderborn
Impulsvortrag: Vom exegetischen Textverständnis zur Verkündigung des Wortes Gottes, Pfr. Dominik Weiß, Stuttgart
18.00 Uhr Abendessen
Abendvorträge
19.15 Uhr Glaubenserfahrungen im Alltag einer Onkologin, Prof. Dr. med. Katja Christina Weisel, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
19.55 Uhr Gott ist in Allem mächtig - Die christliche Botschaft und die Befreiung aus der Angst um uns selbst, Prof. Dr. Gerhard Gäde, LMU München und Seelsorger in Osnabrück
ca. 21.15 Uhr Ende

Modul Freitagvormittag (27. Februar 2026)
9.00 Uhr Das Gott-Welt-Verhältnis denken - Überlegungen angeregt durch Peter Knauer, Prof. Dr. Georg Gasser, Augsburg
10.15 Uhr Kaffeepause mit Butterbrezen
10.45 Uhr Gnade und Gerechtigkeit – Vollendung und Erlösung des Menschen, Prof. Dr. Liborius Olaf Lumma, Innsbruck
12.00 Uhr Mittagessen und Ende des Seminars
Leitung: Frederic-Joachim Kaminski

-Donnerstagnachmittag 40.- EUR INKLUSIVE Abendessen und Kaffee mit Gebäck und Getränk während des Seminars; das Getränk beim Abendessen wird am Tisch abkassiert.
-Abendvorträge 8.- EUR mit einem Getränk, Schüler und Studenten frei
-Freitagvormittag 40.- INKLUSIVE Mittagessen und Kaffee mit Butterbrezel und Getränk während des Seminars; das Getränk beim Mittagessen wird am Tisch abkassiert.
Gesamtes Seminar INKLUSIVE Übernachtung 140.- EUR
Anmeldung mit Übernachtung verpflichtend. Anmeldeschluss 24. November 2025. Nach dem Stichtag kann eine Teilnahme nicht mehr garantiert werden.

Die Theodizee

Glaubenserfahrungen einer Onkologin und existentielle Glaubensfragen - Mit einem Grußwort von Bischof Dr. Bertram Meier
Do. 26.02.26 19:15
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
Abendvorträge im Rahmen der Seminartage (26.-27. Februar) „Unseren Glauben verstehen“ im Haus Sankt Ulrich, Augsburg.

„Warum lässt Gott das zu?“
Dieser Frage nähern sich die international renommierte Expertin auf dem Gebiet der Onkologie Prof. Dr. med. Katja Christina Weisel und der Dogmatiker und Seelsorger Prof. Dr. Gerhard Gäde:

Jeder Zweite erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Viele Krebserkrankungen können geheilt werden, dennoch bedeutet eine Tätigkeit in der universitären Onkologie den täglichen Umgang mit schwerstkranken Patient:innen, aber auch mit Ängsten, Verzweiflung und der Frage nach dem Warum. Gleichzeitig versuchen wir, durch die Forschungstätigkeit die Innovation voranzutreiben mit dem Ziel, immer besser zu behandeln und mehr Menschen heilen zu können. Wie passt der christliche Glaube in unseren Alltag, was macht der Alltag mit unserem Glauben, wo finden wir Halt?
(Katja Weisel)


„Warum lässt Gott das zu?“

So fragen wir bisweilen, wenn wir mit großem Leid, mit Naturkatastrophen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit konfrontiert sind. Wenn Gott allmächtig und barmherzig ist, warum greift er dann nicht ein? Gibt es ihn überhaupt? Sieht er unsere Not? Liebt er uns mal mehr und mal weniger?

Wir bekommen dazu keine Antwort.

Ist die Frage vielleicht falsch gestellt? Geht sie von falschen Voraussetzungen aus? Wer ist denn Gott? Und wie hilft er uns, Leiden und Tod zu bestehen? Wie können wir bei aller Leiderfahrung Gott vertrauen und uns geborgen wissen?
(Gerhard Gäde)



Programm

19.15 Uhr
Begrüßung und Einführung
- Grußwort von Dr. Bertram Meier, Diözesanbischof von Augsburg-

19.25 Uhr
Glaubenserfahrungen im Alltag einer Onkologin
Prof. Dr. med. Katja Christina Weisel, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

19.55 Uhr
Gott ist in Allem mächtig
Die christliche Botschaft und die Befreiung aus der Angst um uns selbst
Prof. Dr. Gerhard Gäde, LMU München und Seelsorger in Osnabrück

21.15 Uhr
Rückfragen und Diskussion

ca. 21.30 Uhr
Ende

Das Mikrobiom - Der Schlüssel zur Gesundheit?

Das "Superorgan" für neue präventive und therapeutische Ansätze
Do. 12.03.26 18:30
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
Vom Kleinsten, das ganz groß ist
Humanes Mikrobiom ist der übergeordnete Begriff für Trillionen von Mikroorganismen in den menschlichen Verdauungsorganen. Erst in den vergangenen Jahren ist es gelungen die Gesamtheit dieser Bakterien, Viren und Pilzen einigermaßen umfassend zu analysieren. Eine explosionsartig entstandene Forschung arbeitet am Verständnis der hochkomplexen Besiedelung von Mikroben in unserem Körper, die sich bereits als unabdingbar für das menschliche Leben herausgestellt hat. Das Mikrobiom erhält im Zusammenspiel mit dem menschlichen Organismus die körperliche und geistige Gesundheit. Bei vielen Erkrankungen - auch weit entfernt vom Gastrointestinaltrakt - scheint das Mikrobiom demnach eine wichtige, teils auch grundlegende Rolle zu spielen. Es gibt auch bemerkenswerte Phänomene wie etwa die Häufung eines Reizdarmsyndroms bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung, die bisher noch nicht verstanden werden.

Populärwissenschaftlich wird von der Entdeckung eines neuen Superorgans von ungeahnter Bedeutung gesprochen.

Die Referentin Prof. Dr. med. Maria J.G.T. Vehreschild betreibt seit Jahren klinische Forschung und therapeutische Anwendung zum Mikrobiom und erforscht Möglichkeiten, die sich durch Kombination in anderen medizinischen Bereichen bei der Diagnose und Therapie ergeben.

Anregend kann auch die allegorische Assoziation mit dem christlichen Glauben sein, der immer wieder einlädt die kleinsten Dinge in Betracht zu ziehen, verkündet er doch, dass der Größte ganz klein wird – Gott ganz Mensch wird. Auch ist im christlichen Verständnis des Daseins als Gottes Schöpfung, alles miteinander verbunden in einem Beziehungsgeschehen und nichts und niemand gelangt isoliert zum Heil.


PROGRAMM

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung

18.40 Uhr
Das Mikrobiom – revolutionäre Erkenntnisse über das Gleichgewicht menschlicher Gesundheit
Anwendung und Ansätze in der klinischen Diagnose und Therapie
Prof. Dr. med. Maria J.G.T. Vehreschild, Frankfurt a.M.

20.15 Uhr
Nachfragen

gegen 20.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

"In deine Hände lege ich voll vertrauen meinen Geist" (Psalm 31,6)

Psalm 31,6 als Jesu Sterbegebet nach dem Evangelisten Lukas (Lukas 23,46)
Do. 26.03.26 19:00
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum

Die Pilgerstätten im Heiligen Land

Archäologie, Kunstgeschichte, Spiritualität
Di. 14.04.26 18:30
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
Der reichbebilderte Vortrag stellt die wichtigsten christlichen Pilgerstätten im Heiligen Land vor. Wie bei einer Pilgerfahrt werden dabei verschiedene Perspektiven eröffnet: Die heilsgeschichtliche Bedeutung dieser Stätten wird ergänzt durch historische, archäologische und kunstgeschichtliche Orientierung. Besonders spannend ist das im Zusammenhang mit dem Heiligen Grab, wo ein internationales Expertenteam aktuell archäologische Untersuchungen durchführt, deren Ergebnisse - soweit bereits möglich - in den Vortrag einfließen. Und weil man auch die „lebendigen Steine“, die hier seit 2000 Jahren lebenden Christen nicht vergessen soll, wird auch ihre Situation beleuchtet.

Historische Stimmen, wie etwa die der Pilgerin Egeria aus dem 4. Jahrhundert, und eine Darstellung der bis heute üblichen Pilgerbräuche ergänzen die Ausführungen und helfen dabei, sich von Augsburg aus dem „Charisma“ dieser besonderen Orte zu nähern. So wird der Abend zu einer „virtuellen Pilgerreise“, die Wissenschaft und Spiritualität miteinander verbindet.

Der Referent Dr. Georg Röwekamp hat sich nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen mit den Pilgerstätten auseinandergesetzt, sondern auch viele Jahre selbst im Heiligen Land gelebt und zahllose Reise- und Pilgergruppen theologisch versiert begleitet.



Um die massive Not der Menschen im Gazastreifen etwas zu lindern, bitten wir statt Eintritt um Spenden, die über den Deutschen Verein vom Heiligen Lande unmittelbar den Menschen in der katholischen Pfarrei Zur Heiligen Familie in Gaza-Stadt zugutekommen. Spendenquittungen können ausgestellt werden.





PROGRAMM

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
- Grußwort von Prof. Dr. Gerda Riedl -
Leiterin der Hauptabteilung VI: Grundsatzfragen des Bischöflichen Ordinariats Augsburg

18.40 Uhr
Die Pilgerstätten im Heiligen Land - Archäologie, Kunstgeschichte, Spiritualität
Dr. Georg Röwekamp, Köln

20.30 Uhr
Rückfragen und Diskussion

Ca. 20.45 Uhr
Ende der Veranstaltung

Jubiläumstagung

25 Jahre Heilige Crescentia
Fr. 24.04.26 14:00 - 26.04.26 12:30
Schwabenakademie Irsee und Crescentiakloster Kaufbeuren
Akademisches Forum
Tagung im Crescentiakloster Kaufbeuren und im Kloster Irsee
In Kooperation mit der Schwabenakademie Irsee und der Pfarreingemeinschaft Kaufbeuren.

Im Jahr 2001 wurde die Franziskanerschwester Maria Crescentia Höss (1682 - 1744) von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen – ein Ereignis, auf das nicht zuletzt die Schwabenakademie Irsee mit einer großangelegten Tagung im Vorfeld hingewirkt hatte.

Inzwischen sind 25 Jahre vergangen – ein willkommener Anlass, auf das Leben der berühmten Kaufbeurerin zurückzublicken und die Hintergründe ihrer Kanonisierung zu beleuchten. Doch auch grundsätzlichen Fragen spüren wir an diesem Wochenende nach: Was ist eigentlich eine Heiligsprechung? Wozu dient diese im 21. Jahrhundert? Und was verbirgt sich hinter dem „Wunder von Kaufbeuren“?

Die Tagung beginnt am Freitag um 17 Uhr mit einer Führung durch das Crescentiakloster in Kaufbeuren und endet am Sonntag mit dem Crescentia-Festgottesdient in der benachbarten Stadtpfarrkirche St. Martin. Die Vorträge finden in Kloster Irsee statt.

Die Referenten
Sr. Ursula Gruber, Sr. Johanna Höldrich, Prof. Dr. Gerda Riedl, Dr. Martin Posselt, Sr. Daniela Martin, Tine Kugler, Prof. Dr. Ludwig Mödl

Moderation
Dominik Fröhlich, Frederic-Joachim Kaminski

Anmeldung
über unsere Anmeldemaske oder direkt über buero@schwabenakademie.de / Telefon 08341 906 -661, -662 und -664

Formt KI unser menschliches Selbstverständnis?

Orientierung zum Phänomen und philosophisch-theologische Reflexion
Di. 28.04.26 18:30
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
KI und die Würde des Menschen
Die rasante Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz (KI) und ihre zunehmende Präsenz im Alltag wirft fundamentale Fragen über unser Menschsein und die Veränderung sozialer Beziehungen auf. KI-Systeme übernehmen immer mehr Aufgaben, die einst ausschließlich Menschen vorbehalten waren, wie die Verarbeitung großer Datenmengen, die Automatisierung von Entscheidungen oder sogar kreative Tätigkeiten wie das Übersetzen von Texten oder das Abfassen von Gedichten. Diese Entwicklung bietet zweifellos Chancen, birgt jedoch auch Risiken, insbesondere in Bezug auf unser Selbstbild und unsere Selbstbestimmung. Ein zentrales Thema ist die Frage, wie KI unser Verständnis personaler Individualität und Autonomie beeinflusst. Wenn KI-Algorithmen zunehmend Entscheidungen für uns treffen oder unsere Präferenzen voraussagen, könnten wir uns fragen, ob unsere Entscheidungen noch frei sind. Die Unsichtbarkeit der Kriterien, nach denen KI-Systeme arbeiten, ist dabei besonders problematisch. Nutzer verstehen oft nicht, wie Algorithmen ihre Interaktionen strukturieren oder beeinflussen und welchen Gefahren der Manipulation sie ausgesetzt sind.

Im digitalen Raum, der zunehmend von KI geprägt wird, verändern sich auch soziale Beziehungen. Kommunikation und Interaktion finden vermehrt über Plattformen statt, die von KI gesteuert werden. Algorithmen beeinflussen, welche Inhalte wir sehen, mit wem wir interagieren und welche Meinungen wir wahrnehmen. Kritische Stimmen warnen davor, dass diese Dynamiken „Filterblasen“ generieren, die eine kritische Auseinandersetzung mit einer vielfältigen und oftmals auch vagen Wirklichkeit verunmöglichen. Die durch KI getriebene Veränderung sozialer Beziehungen wirft zudem Fragen nach Authentizität und Menschlichkeit auf. Virtuelle Assistenten, Chatbots oder Avatare können menschliche Interaktionen simulieren, was einerseits praktisch ist, andererseits jedoch die Gefahr birgt, dass echte zwischenmenschliche Kontakte an Bedeutung verlieren. Wenn menschliche Beziehungen zunehmend von KI-Interaktionen geprägt werden, könnte dies unser Verständnis von Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft fundamental verändern.

Insgesamt steht die Gesellschaft vor der Herausforderung, die Entwicklung von KI so zu gestalten, dass sie dem Menschen dient, ohne seine personale Autonomie und seine Eigenart als soziales Lebewesen zu gefährden. Transparenz, ethische Reflexion und ein bewusster Umgang mit den Möglichkeiten und Grenzen der Technologie sind entscheidend, um die Balance zwischen Fortschritt und Menschlichkeit zu wahren. Nur so können wir sicherstellen, dass KI uns ergänzt, anstatt uns zu ersetzen oder zu kontrollieren.
(Georg Gasser)


PROGRAMM

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung

18.40 Uhr
Eine neue Ära menschlichen Selbstverständnisses?
KI und die Würde des Menschen in personaler Autonomie und sozialer Gemeinschaft
Prof. Dr. Georg Gasser, Augsburg

20.20 Uhr
Rückfragen und Diskussion

ca. 20.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Was die Welt zusammenhält

Beziehung als Prinzip in Natur, Religion und Gesellschaft
Fr. 08.05.26 18:30
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
Vortrag von Prof. Dr. Harald Lesch und Podium anlässlich der Renovabis Pfingstaktion im Haus Sankt Ulrich, Augsburg

Was die Welt zusammenhält
Die Quantenphysik ermöglicht in kleinste Ebenen materieller Existenz vorzudringen. Ihre Erkenntnisse haben das naturwissenschaftliche Verständnis der Welt verändert: Im Kleinsten ist nichts fest, alles steht in Wechselwirkung. Daraus ergibt sich ein faszinierender Gedanke – dass Relationalität nicht nur ein physikalisches Phänomen, sondern ein Grundmuster der Wirklichkeit ist.

Hier besteht eine erstaunliche Entsprechung zum christlichen Glauben. Glaube versteht den Menschen als ein Wesen in Beziehung – zu sich selbst, zu anderen zur Welt und zu Gott. Eine Sichtweise, die gegenwärtig auch in Frage gestellt oder bewusst manipulierend eingesetzt wird: Dies einfach hinzunehmen könne dazu führen „die Talente zu begraben, die wie empfangen haben, um als Personen in Beziehung zu Gott und den anderen zu wachsen. Es bedeutet, unser Antlitz zu verbergen und unsere Stimme zum Schweigen zu bringen.“ (Papst Leo XIV. über die digitale Revolution)

Was bedeutet das für unser gesellschaftliches Miteinander? Welche Rolle spielt Beziehung in sozialen, kirchlichen und politischen Kontexten? Und wie kann ein beziehungsorientiertes Denken helfen, Spaltungen zu überwinden und Zusammenhalt zu stärken?

Prof. Dr. Harald Lesch orientiert in seinem Vortrag zur Beziehung als Prinzip der materiellen Welt. Im anschließenden Gespräch mit Dr. László Kardinal Német und Dr. Eva Maria Welskop-Deffaa werden Perspektiven aus Naturwissenschaft, Theologie, Kirche und Gesellschaft zusammengeführt. Das Podiumsgespräch moderiert Daniel Wirsching von der Augsburger Allgemeinen Zeitung.


Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Eröffnung der Pfingstaktion 2026 des Osteuropahilfswerks Renovabis unter dem Leitwort: „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“ im Bistum Augsburg.

voraussichtliches Programm vorbehaltlich weiterer Änderungen

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung


18.35 Uhr
Relationalität
Von der Quantenwelt zum Mensch-Sein
Prof. Dr. Harald Lesch


19.05 Uhr
Impuls zur Beziehung als Prinzip des christlichen Glaubens
Dr. László Kardinal Német SVD, Erzbischof von Belgrad


19.15 Uhr
Impuls zur Beziehung als Prinzip gelingender Gesellschaft
Dr. Eva Maria Welskop-Deffaa, Caritaspräsidentin


19.25 Uhr
Podiumsgespräch
Dr. László Kardinal Német, Dr. Eva Maria Welskop-Deffaa, Prof. Dr. Harald Lesch


20.05 Uhr
Rückfragen und Diskussion


20.20 Uhr
abschließender Impuls
Pfr. Prof. Dr. Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer Renovabis


20.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Die wunderbare göttliche Natur

Inspiration für die Architektur Antoni Gaudis (1852-1926)
Mi. 20.05.26 18:30
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
reichbebilderter Vortrag anlässlich des Gaudí-Jubiläums im Haus Sankt Ulrich, Augsburg

Eine Brücke vom Menschen zur göttlichen Natur
Auch ein Laie erkennt sehr schnell die Einzigartigkeit der organischen Architektur Antoni Gaudís, die anlässlich seines 100. Todestags weltweit große Beachtung findet. Gaudís Neue Mediterrane Gotik in seinem Hauptwerk, der Sagrada Familia in Barcelona, zu einem respekteinflößend grandiosem Ausdruck. In diesem Jahr, nach 144 Jahre langer Bauzeit, gilt die Kathedrale als vollendet. Damit bricht der Sakralbau einen Weltrekord, denn seit 1890 hatte das Ulmer Münster den höchsten Kirchturm der Welt. Als letztes Element wird der Christusturm mit einem begehbaren Kreuz gekrönt, konstruiert durch einen Dillinger Firma.

Den gläubigen Katholiken Gaudí drängte es, seinem Staunen über das Wunder der Schöpfung Gestalt zu geben. In Entsprechung der neu aufgekommenen kirchlichen Soziallehre und der Liturgischen Bewegung – insbesondere zur Rolle der „Laien“ – fand er zu einer Synthese dieser Vorstellungen in seiner holistisch-organischen Sakralarchitektur. Die Soziallehre lebte der engagierte Katholik konsequent; 2025 wurde Gaudí der „heroische Tugendgrad“ zuerkannt; ein entscheidender Schritt hin zur Seligsprechung.

Der Referent Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow ist Gründungsmitglied der Gaudí Forschungsgruppe Delft (1976) und befasste sich bereits in seiner Dissertation mit Gaudís Hängemodell für den Entwurf sakraler Gewölbearchitektur. Tomlow hat 1999 die Fertigstellung der Wallfahrtskirche von Montferri nach dem Entwurf des Gaudíschülers J. M. Jujol Gilbert mitverantwortet.

Er erläutert am Abend Leben und Zeitumstände Gaudís und führt zu einer holistischen Auffassung von dessen Architektur, in Einklang mit den Naturgesetzen, die ohne die Perspektive des engagierten Glaubenden, der Antoni Gaudí war, sich nicht erschließt.

PROGRAMM

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung

18.40 Uhr
Die wunderbare göttliche Natur
Würdigung von Leben und Werk von Antoni Gaudí zum 100. Todestag und zur bevorstehenden Vollendung der Basilica minor Sagrada Familia
Prof. Dr.-Ing. Jos Tomlow,

ca. 20.20 Uhr
Nachfragen und Diskussion

ca. 20.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Die Messfeier - Ein Opfer?

Die Bedeutung eines komplexen Begriffs in der Eucharistietheologie
Do. 11.06.26 18:30
Kolpingsaal
Akademisches Forum
Vortrag im Nachgang zu Fronleichnam im Kolpingsaal, Augsburg

Jesu Christi radikale Hingabe zum Heil aller
In der römisch-katholischen Theologie ist der Begriff „Opfer“ in der Messfeier zentral und vielschichtig – und er darf nicht missverstanden werden als bloße Wiederholung oder als etwas Zusätzliches zum Kreuzesopfer Christi.

In der Eucharistiefeier betet der Priester:
„Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle.“

Das "euer" ist dabei wörtlich zu nehmen: Jeder Gläubige begegnet in Dankbarkeit, mit allem was ihn ausmacht, dem sakramental gegenwärtigen Christus, was aber gleichzeitig auch in Gemeinschaft mit der versammelten Gemeinde und der ganzen Kirche geschieht.

Der liturgiewissenschaftliche Vortrag erschließt den Opferbegriff in der Liturgie und insbesondere in der Eucharistiefeier aus verschiedenen Perspektiven und verdeutlicht dabei, was bereits René Girard eindrücklich postulierte: Im Christentum ist durch das Kreuzesopfer Jesu Christi die Sündenbocklogik und der Opfermechanismus ein für allemal durchbrochen.


Programm

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung

18.40 Uhr
Das Opfer in der Eucharistiefeier. Annäherung an einen komplexen Begriff in der Eucharistietheologie
Prof. Dr. Hans-Jürgen Feulner

20.15 Uhr
Nachfragen und Diskussion

ca. 20.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Gartenkunst als Spiegel des Lebens

Domherr zu Augsburg und exzentrischer Prinz: Christoph Madrutz (1512-1578) und Vicino Orsini (1523-1585)
Do. 16.07.26 18:30
Haus Sankt Ulrich
Akademisches Forum
Gartenkunst als Spiegel der Seele
Vertreter des Tiroler Adelsgeschlecht der Madruzzo - oder in deutscher Form Madrutz – waren über den Dienst für Kaiser und Papst auch mit der Stadt Augsburg verbunden: Ein Madrutz war Heerführer König Maximilians I., dem „Bürgermeister von Augsburg“, ein anderer Vertreter des Hauses Prediger beim Totengedenken Kaiser Karls V. im Hohen Dom zu Augsburg (1559). Christoph Madrutz schließlich war nicht nur Domherr zu Augsburg, sondern als Fürstbischof von Trient Gastgeber des Konzils von Trient (1545-1563). Auf der Höhe seiner Laufbahn als Kardinal und Fürstbischof zieht sich Christoph 1567 weitgehend ins Privatleben in die Nähe von Rom nach Soriano zurück. Dort fröhnt er auch seiner Leidenschaft für den Gartenbau nach humanistischem Ideal. In diesen Jahren entwickelt sich auch über die Gartenkunst eine enge Freundschaft zum exzentrischen Fürsten Vicino Orsini, der in Bomarzo eine bis heute skurril-bizarr anmutende Parkanlage gestaltet.

Ausdruck dieser ungewöhnlichen Freundschaft ist eine Widmung im Park:
Animus quiescendo fit prudentior ergo – Cristoforo Madruzzo principi Tridentino dedicato /

Durch Ruhigwerden wird mein Geist weiser, deshalb dem Christoph Madruzz, dem Fürsten von Trient, gewidmet.

Der Vortrag spürt der Freundschaft der ungleichen Männer nach und beleuchtet die Gartenkunst in der Spätrenaissance, die immer auch Ausdruck des humanistischen Lebensideals war.

PROGRAMM

18.30 Uhr
Begrüßung und Einführung

18.35 Uhr
Die Gärten zweier Freunde als Spiegel ihres Lebensgefühls
Der humanistische Park von Soriano und der Sacro Bosco in Bomarzo
Dr. Christina von Berlin

20.15 Uhr
Rückfragen und Diskussion

ca. 20.30 Uhr
Ende der Veranstaltung